Leuchtturmprojekt der kommunalen Energiewende Modellstadt RehauAlle Zeichen stehen auf Grün: Am Industriestandort Rehau nimmt das bislang einzigartige Projekt eines kommunalen Bioenergiezentrums Gestalt an. Als wichtiger Baustein soll vor den Toren der Stadt unter Beteiligung privater Firmen sowie der regionalen Abfallorganisationen in den kommenden Monaten mit dem Bau einer groß dimensionierten Anlage zur Bioabfallvergärung begonnen werden. Während die Bundesregierung danach strebt, bis zum Jahr 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf mindestens 35 Prozent zu steigern, wird die oberfränkische Modellstadt Rehau bereits 2014 überzeugen – mit einem Stromanteil von rund 40 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Rehau. – 2014, so die Vision der Initiatoren, wird die Kommune als eine der ersten Gemeinden mit hoher industrieller Dichte die Vorgaben der Bundesregierung für die geplante Energiewende in die Tat umsetzen. Dass dieses ehrgeizige Vorhaben Wirklichkeit wird, davon ist nicht nur Bürgermeister Michael Abraham überzeugt. Ihm zur Seite stehen neben den Abfallorganisationen der Landkreise Hof und Wunsiedel auch regional ansässige Wirtschaftsunternehmen, wie die REHAU Energy Solutions GmbH, eine Tochterfirma unter dem Dach der REHAU Gruppe.

Eine Bioenergieanlage zur Vergärung industrieller Nebenprodukte, eine Biogasanlage sowie ein Industriekraftwerk liefern bereits Wärme und Strom. Die Vorbereitungen für den Baubeginn einer Bioabfallanlage laufen nach Plan, die Inbetriebnahme ist für März 2014 angesetzt. Mit dieser Anlage und der ergänzenden Leistung des für 2013 geplanten Nahwärmenetzes nimmt das Vorhaben Bioenergiezentrum in Rehau Gestalt an. Für das komplexe Versorgungssystem Bioenergiezentrum, das allein auf der Nutzung regenerativer Energien, speziell auf Biomasse, basiert, ist die geplante Bioabfallanlage ein weiterer wichtiger Mosaikstein.

Mit dem in der Bioabfallvergärung produzierten Biogas werden Gasmotoren angetrieben: Die Anlage erzeugt jährlich rund 19.500 Megawattstunden Energie, rein aus Abfällen. Eine Besonderheit ist die besonders effiziente Nutzung der Wärme: Sie wird durch ein Nahwärmenetz direkt an die Verbraucher verteilt, unter anderem an das Schulzentrum und das Hallenbad. Während zahlreiche Kommunen die Wärme in der Regel nicht nutzen können, schöpft Rehau das enorme Potenzial der Anlage komplett aus.

Dank eines bereits vorhandenen, ausgedehnten Mikrogasnetzes und verschiedener Nahwärmenetze ist die Stadt Rehau schon ab 2014 in der Lage, den von der Bundesregierung vorgegebenen Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf rund 40 Prozent zu steigern. Nach Realisierung aller Ausbaustufen wird das Bioenergiezentrum in Rehau jährlich rund 32.257 Megawattstunden Strom und ca. 43.940 Megawattstunden Wärme aus Abfällen und regenerativen Energiequellen produzieren. Das entspricht rund 40 Prozent des Strombedarfs am Industriestandort Rehau.