Die ortsansässige Gerberei SÜDLEDER GmbH & Co. KG produziert alljährlich 5 Millionen m² hochqualitatives Leder und damit auch rund 70.000 Tonnen organischen Abfall. 2007 wurde eine innovative Energiegewinnungsanlage gebaut, in der Tierfett gewonnen und als Ersatz für fossile Brennstoffe zur Wärmeerzeugung genutzt wird. Als nächster Schritt wurde ein Leitungsnetz – bestehend aus Gas- und Medienleitungen – von der Prozesswasseraufbereitungsanlage zum Firmensitz gelegt.

Im dritten Schritt entschloss sich SÜDLEDER für den Bau einer Bioenergieanlage. In dieser Anlage werden organische Abfälle aus der Lederproduktion zu Biogas vergoren, das in drei Blockheizkraftwerken in thermische und elektrische Energie umgewandelt wird. So werden die Produktionsnebenprodukte aus der Gerberei effektiv weiterverwendet und in Strom und Wärme umgewandelt.

Inzwischen kann die Gerberei ihren Energiebedarf komplett selbst decken. Damit ist die Lederfabrik weltweit die erste, die Strom und  Wärme für die Produktion in Eigenleistung erzeugt. „Anstatt mit fossilen Brennstoffen wird die Anlage mit organischen Abfällen aus der Lederherstellung betrieben. Damit reduzieren wir den Schadstoff-Ausstoß um 5.500 Tonnen jährlich“, erklärt SÜDLEDER Geschäftsführer Peter Pöppel. Arbeitet die Anlage im Volllastbetrieb, werden jährlich rund 7 Millionen Kilowattstunden Strom und 7,5 Millionen Kilowattstunden Wärmeenergie gewonnen.

Bioenergieanlage

Die beeindruckende Bioenergieanlage der Firma SÜDLEDER im oberfränkischen Rehau.
Foto: Wolf-Dietrich Weissbach